Forschung

 

Ein wichtiges Anliegen des Instituts ist es, unsere Arbeit zu evaluieren und so eine  Wirksamkeit nachweisen zu können.


Evaluation zur Wirksamkeit der Gruppentherapie Generation-Code

Eine Pilotstudie in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Braunschweig

Mareike Dietz

 

Um nicht nur eine subjektive Wahrnehmung von der Wirksamkeit unserer Arbeit zu haben, war uns die von Mareike Dietz im Rahmen ihrer Masterarbeit an der TU Braunschweig durchgeführte Pilotstudie 2014/2015 willkommen. Untersucht wurde die Wirksamkeit der Methode bezüglich der Reduktion von Inkongruenz (Grosse Holtforth, Grawe & Tamcan, 2004), der allgemeinen Symptombelastung (Franke, 2014) und der Zunahme von Lebenszufriedenheit (Fahrenberg, Myrtek, Schumacher und Brähler, 2000). Die Interventionsgruppe (Teilnehmer an Generation-Code-Seminaren) und die Kontrollgruppe (Personen in Einzel-Psychotherapie, Richtlinienverfahren) wurden vor und nach der Gruppentherapie, sowie drei Monate später, zu den oben genannten Variablen befragt (Prä-Post- und Follow-Up-Messung).

 

Mareike Dietz wollte herausfinden, ob die Methode wirkt und wie, beziehungsweise ob man den Erfolg auch messen kann. Um die Wirkung der Intervention in Bezug auf die Befreiung blockierter Identitätsentwicklung und die Stärkung von Bindungs- und Beziehungsfähigkeit theoretisch fundieren zu können, legte sie die Konsistenztheorie von Grawe (2004) zu Grunde und wählte das darin beschriebene Konzept der Inkongruenz als Hauptkriterium für die Untersuchung.

 

Als Entwicklerinnen der Methode Generation-Code interessierten wir uns in erster Linie dafür, ob die Auflösung des Loyalitätsvertrages die Auf – und Annahme Fähigkeit der betreffenden  Person, ihrer »Wurzeln«, wieder stärkt und verbessert und diese, Inkongruenz im Sinne einer Diskrepanz zwischen ihrem aktuellen erstrebten Selbstbild beziehungsweise Lebenszielen und dem authentischen Selbst mit seinem blockierten Potenzial reduzieren kann. Unter Lebenszufriedenheit verstehen wir mit sich und den eigenen Gefühlen im Einklang zu sein, was nichts mit einem ständigen Hochgefühl oder Euphorie zu tun hat. Glücklich-Sein ist für uns vielmehr die Fähigkeit, alle Anteile der eigenen Persönlichkeit als zu sich gehöhrend annehmen zu können und die eigenen Gefühle in aller Tiefe wahrnehmen und angemessen ausdrücken zu können, ohne ihnen ausgeliefert zu sein (vergleiche auch Arno Gruen). Eine Reduktion von Symptomen und der daraus resultierenden Belastung sehen wir hier als Folge des Heilungsprozesses. Der Körper muss nun nicht mehr Gefühle, die vordem nicht angemessen ausgedrückt oder bewusst wahrgenommen werden durften, im Körper bergen. Statt sie wie bisher  u.a. stellvertretend im psychosomatisch auszudrücken, lösen sich die im Körper »geronnenen« Gefühle und werden ins Bewusstsein gehoben. Ein Integrationsprozess wird möglich.

 

Mareike Dietz konnte mit ihrer Studie erste Hinweise auf eine Wirksamkeit der Methode zeigen. Für die Reduktion von Inkongruenz konnte ein Therapieeffekt bestätigt werden, ebenso ging die Symptombelastung tendenziell stärker bei den Teilnehmer/innen der Interventionsgruppe zurück als bei der Kontrollgruppe.

 

Insgesamt sind wir sehr erfreut, mit dieser Studie bestätigt zu sehen, dass durch die Entschlüsselung des Codes ein wirksamer Prozess der Ganzwerdung eingeleitet werden kann. “Die Wurzeln des Stammbaums“ wieder in die Lage versetzt werden, gute »Nahrung« aufzunehmen und auch noch nachträglich für eine gesunde psychische Entwicklung und Reifung zur Verfügung zu stellen.

 

Für weitere Informationen steht diese Studie  in der  Universtätsbibliothek zur Verfügung.