Selbstreport

ITP Institut für Transgenerative Prozesse

 

Unsichtbare Bindungen, als Schlüssel zum verborgenen Potential

 Warum wurden wir genau in diese Herkunftsfamilie hineingeboren? Ist es nur ein Zufall, oder hat es einen tieferen Sinn?

 

Es ist nicht gerade einfach, sich vorzustellen, man hätte sich den prügelnden Vater oder eine im Kindsbett sterbende Mutter selbst ausgesucht. Wir wissen es nicht, und doch hat uns die Erfahrung mit dem Generation-Code gelehrt, dass es keinesfalls Zufall sein kann. Wie jedes Lebewesen, die Natur, unsere Erde, das Universum ein in sich ausgefeiltes Wunderwerk ist, so ist auch das Beziehungsgeflecht der Ahnen – die ineinander greifenden Schicksale, die Wiederholungen, die bis ins Detail in jedem abgebildete Familienwirklichkeit – so minuziös und genau gestaltet, dass wir nur von einem Wunder sprechen können.

 

Obwohl wir in unserer irdischen Existenz abgegrenzte Individuen sind, leben wir nicht nur unser eigenes Leben. Wir leben in zwei Welten: in der, die wir uns bewusst gestalten, in der wir unsere Ziele formulieren und uns verwirklichen wollen und glauben, das nötige Handwerkzeug dafür zu besitzen, oder durch eigenes Bemühen erwerben können und in der Welt, die erst noch befreit werden will, in der Unrecht, Schulden und Leid es unmöglich machten, dass unsere Vorfahren zur Entfaltung kamen. Der Einfluss unserer Eltern, die verborgenen Botschaften der Ahnen, die Abhängigkeit des kleinen Kindes und eines archaischen Grundkonfliktes verbindet diese Welten und schafft in uns die Notwendigkeit, uns mit der Vergangenheit zu verbinden. In schicksalhafter Weise dirigieren so unsichtbare Bindungen unsere Entscheidungen und Lebenswege. Die Faszination, die immer wieder entsteht, wenn man die Symmetrien in den Stammbäumen von Liebes – bzw. Partnerschaftsbeziehungen  betrachtet, wenn man erkennt, dass nicht nur Verhaltensweisen vererbt, sondern Schicksale sich über Generationen wiederholen, hat uns immer weiter nach Antworten suchen lassen. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es mehr als Zufall sein muss, und stimmen den Worten des Schweizer Psychoanalytikers und Begründers der Psychoenergetik Peter Schellenbaum zu:

 

 „Abhängigkeit ist immer auch Familienschicksal.“

Peter Schellenbaum

 

Selbstreport

ITP Institut für Transgenerative Prozesse

www.generation-code.de

info@generation-code.de

 

Hauptsitz:

Sabine Lück

Braunschweiger Straße 7

38176 Wendeburg

Telefon: 05303 9704541 Fax: -42

sabinelueck@generation-code.de

 

Nebensitz:

Ingrid Alexander

Grindelhof 73b

20146 Hamburg

Telefon: 040 46966493

ia46@gmx.de

 

Institutsleitung:

Ingrid Alexander und Sabine Lück

Mit unserem Selbstreport möchten wir Sie über alle Aufgaben und Angebote unseres Institutes informieren. Ab 2017 können wir aller Voraussicht nach unseren zertifizierten 3 Jährigen Weiterbildungsgang DGSF anbieten. (Antrag zur Zertifizierung wird  derzeit dort bearbeitet).

Weitere systemische Schulungen, Inhouse-Weiterbildungen und Beratungs-und Therapieangebote werden im Folgenden ausführlich beschrieben.

 

Geschichtliche Entwicklung des ITP bis heute

Als wir – Ingrid Alexander und Sabine Lück – uns 1993 zu ersten Mal begegneten, spürten wir sofort eine besondere Anziehungskraft. Voller Leidenschaft machten wir uns gemeinsam auf die Suche nach Antworten auf die Frage nach dem authentischen Sein.

Wir waren damals im Therapiezentrum Die Brücke e.V. in Hamburg im Bereich Essstörungen tätig. Gemeinsam mit anderen KollegInnen entwickelten wir ein systemisch-integratives Konzept zur Behandlung von essgestörten PatientInnen  und ihren Familien. Die spezielle Essstörungstherapie beinhaltete  eine Kombination von Gruppen- und Einzel- und Familiensettings. Als ausgebildete Paar-und Familientherapeutinnen durch Prof. Martin Kirschenbaum und Mitarbeitern am Institut für systemisch-integrative Paar-und Familientherapie HH) lag uns beiden der systemische Blick auf unsere Patientinnen und ihren Familien besonders am Herzen.  In den Therapieverläufen wurde spürbar, dass das erhoffte Gefühl von sinnhafter Daseinserfüllung sich trotz aller Heilungserfolge

nicht einstellen wollte. Durch intensive Recherche  nach den Ursachen, stießen wir  beinahe zufällig auf das Kernthema, nämlich die Bedeutung des, von uns so benannten, Archaischen Grundkonflikts für die Identitätsentwicklung und-bildung von Männern und Frauen und entdeckten den daraus resultierenden Treuevertrag des Kindes mit seinen Eltern.

 

Generation-Code® - Ein systemisch-integratives  Therapiekonzept

Die Grundsätze , der von Martin Kirschenbaum entwickelten, wachstumsorientierten, systemisch-integrativen Paar-und Familientherapie  weiter beherzigend, entwickelten wir im Laufe der Jahre  aus unser praktischen, sowie theoretischen Arbeit  heraus ein eigenes therapeutisches Konzept zur Entschlüsselung des sog. individuellen Generation-Codes und der Auflösung der, die Selbstentfaltung  behindernder, kindlicher Treueverträge.

 

Als Eckpfeiler unserer Arbeit dienten uns bis heute in erster Linie die Grundannahmen der Systemischen Theorie und Familientherapie , die wir  aber mit unserem Wissen  über intrapsychische Entwicklungen und Prozesse  aus tiefenpsychologischer Perspektive unter Einbezug körpertherapeutischer, hypnotherapeutischer, humanistischer  Interventionen ergänzt haben . Die Mehrgenerationenperspektive  brachte uns letztlich zur Entdeckung des Archaischen Grundkonfliktes mit seiner, daraus folgenden Notwendigkeit, nämlich der Schließung eines Loyalitätsvertrages. Diese  archaisch angepasste Schein-Lösung, führt zu einer ganz speziellen, schicksalhaft anmutenden, Verstrickung der einzelnen Geschehnisse in der Familie und den individuellen Biografien der Familienmitglieder. Aus den bekannten Elementen der Familienaufstellung und der Systemischen Strukturaufstellung, haben wir in Verbindung mit Elementen anderer, sehr wirkungsvoller Therapiemethoden und Interventionen eine  eigene Form der Aufstellungsarbeit entwickelt, die einen besonderen „Blick“ hinter die jeweilig aktuell  agierende Generationen wirft und damit zu einem neuen Focus ganzheitlichen systemischen Verständnisses  verhilft. Biografie- Arbeit erhält hier eine neue Dimension, die nicht nur erlaubt, das eigene Geworden-Sein besser zu verstehen, sondern  ebenso die Wirkung von generationsübergreifenden Themen in Verbindung mit Beziehungsgestaltung und unbewussten Bindungen mit den Vorfahren  nachvollziehbar macht.

 

Insbesondere die Intervention mit der nachträglichen Versorgung der Ahnen, mit dem sogenannten Heilserum, um neue Erinnerungen „implantieren“ zu können, die wir 2007 in unsere Arbeit integrierten, bereicherte unser Behandlungskonzept entscheidend..   Elemente der Pesso/Boyden Therapie (BPSB), basierend auf unserer eigenen Ausbildung bei Alberto Pesso und Lowis Perquin , standen dabei Pate. Besonders die Gesprächstechnik des sog. Microtracking ( in der Wirkung wie eine Eigenblutbehandlung ) hat ebenso, wie die  „Erfindung“ des hypothetisch Idealen in Form von Figuren, Personen, Umständen, etc., Eingang  in unser Konzept gefunden. Dabei wird die als die passgenau  herausgearbeitete, so empfundene, absolut richtige Antwort auf das was gebraucht worden wäre und wird, eingesetzt. Heilungsprozesse werden so in Gang gebracht. In Abwandlung von der Vorstellung des losgelöst rein Idealen, nutzen wir diesen Ansatz, um reale Eltern ideal zu versorgen um sie somit zu glaubhaften, wahrhaft versorgsfähigen Eltern zu kreieren.

 

Unseres Erachtens ist die Treue des Kindes zu seinen realen Eltern  so stark, dass eine imaginierte, wenn auch ideale „Fremdmutter“- oder „Fremdvater“  -Figur vom Kind –Protagonisten nicht angenommen werden kann, ja in  Jenem sogar der Verdacht des Verrats aufkommen kann. Die Erfahrung mit diesem empfindlichen Thema  hat uns gelehrt , dass eine ideale Versorgung der verwundeten Ahnen, vor allem, wenn deren Bedarf  weiter zurückliegt,  nur dann als wirklich glaubhaft und echt angenommen werden kann und als heilsam erlebt wird. Das Erlebte hat nicht nur vorübergehenden entlastenden Charakter, sondern wird dauerhaft  in das Gedächtnissystem gespeichert.

 

In den folgenden Jahren  hatten wir die Gelegenheit im Rahmen unterschiedlicher Settings mit vielen Menschen beiderlei Geschlechts zu arbeiten, um mit Ihnen zusammen die Treueverträge mit Mutter und Vater entschlüsseln und „artgerecht“ umzuwandeln und anzupassen. Unsere erstaunlichen Beobachtungen und daraus gewonnen  Erkenntnisse, sowie persönlichen Erfahrungen haben wir 2016 in unserem Buch Ahnen auf die Couch beschrieben. (Scorpio Verlag).

 

2010 entschlossen wir uns ein eigenes Institut zu gründen, dessen Aufgabe, die Weiterbildung von KollegInnen und  auch weiterführende Forschungsarbeit zu unserem Konzept beinhalten sollte.

Da Sabine Lück inzwischen ins niedersächsische Wendeburg (nähe Braunschweig) gezogen war, bekam das Institut von Anfang an zwei Standpunkte. In Hamburg Ingrid Alexander- in Wendeburg Sabine Lück. Wir beide pendelten, je nachdem wo ein Seminar oder eine Weiterbildung stattfand.

2014 bezog das Institut endlich neue und große Räumlichkeiten in Wendeburg. Hier ist seitdem der Hauptsitz des ITP. Die Weiterbildungsgänge des ITP finden weitestgehend in diesen Räumen statt. Seit 2016 arbeiten wir an der Idee einen weitere Weiterbildungsstandpunkt im Süden,  in Weilheim zu etablieren.

 

Ein wichtiges Anliegen des Instituts ist es, unsere Arbeit zu evaluieren und so eine  Wirksamkeit nachweisen zu können.

 

Evaluation zur Wirksamkeit der Gruppentherapie Generation- Code Eine Pilotstudie in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Braunschweig; Mareike Dietz

Um nicht nur eine subjektive Wahrnehmung von der Wirksamkeit unserer Arbeit zu haben, war uns die von Mareike Dietz im Rahmen ihrer Masterarbeit an der TU Braunschweig durchgeführte Pilotstudie 2014/2015 willkommen. Untersucht wurde die Wirksamkeit der Methode bezüglich der Reduktion von Inkongruenz (Grosse Holtforth, Grawe & Tamcan, 2004), der allgemeinen Symptombelastung (Franke, 2014) und der Zunahme von Lebenszufriedenheit (Fahrenberg, Myrtek, Schumacher und Brähler, 2000). Die Interventionsgruppe (Teilnehmer an Generation-Code-Seminaren) und die Kontrollgruppe (Personen in Einzel-Psychotherapie, Richtlinienverfahren) wurden vor und nach der Gruppentherapie,  sowie drei Monate später, zu den oben genannten Variablen befragt (Prä-Post- und Follow-Up-Messung).

Mareike Dietz wollte herausfinden, ob die Methode wirkt und wie, beziehungsweise ob man den Erfolg auch messen kann. Um die Wirkung der Intervention in Bezug auf die Befreiung blockierter Identitätsentwicklung und die Stärkung von Bindungs- und Beziehungsfähigkeit theoretisch fundieren zu können, legte sie die Konsistenztheorie von Grawe (2004) zu Grunde und wählte das darin beschriebene Konzept der Inkongruenz als Hauptkriterium für die Untersuchung.

 

Als Entwicklerinnen der Methode Generation-Code interessierten wir uns in erster Linie dafür, ob die Auflösung des Loyalitätsvertrages die Auf – und Annahme Fähigkeit der betreffenden  Person, ihrer »Wurzeln«, wieder stärkt und verbessert und diese , Inkongruenz im Sinne einer Diskrepanz zwischen ihrem aktuellen erstrebten Selbstbild beziehungsweise Lebenszielen und dem authentischen Selbst mit seinem blockierten Potenzial reduzieren kann. Unter Lebenszufriedenheit verstehen wir mit sich und den eigenen Gefühlen im Einklang zu sein, was nichts mit einem ständigen Hochgefühl oder Euphorie zu tun hat. Glücklich-Sein ist für uns vielmehr die Fähigkeit, alle Anteile der eigenen Persönlichkeit als zu sich gehöhrend annehmen zu können und die eigenen Gefühle in aller Tiefe wahrnehmen und angemessen ausdrücken zu können, ohne ihnen ausgeliefert zu sein (vergleiche auch Arno Gruen). Eine Reduktion von Symptomen und der daraus resultierenden Belastung sehen wir hier als Folge des Heilungsprozesses. Der Körper muss nun nicht mehr Gefühle, die vordem nicht angemessen ausgedrückt oder bewusst wahrgenommen werden durften, im Körper bergen. Statt sie wie bisher  u.a. stellvertretend im psychosomatisch auszudrücken, lösen sich die im Körper »geronnenen« Gefühle und werden ins Bewusstsein gehoben. Ein Integrationsprozess wird möglich.

 

Mareike Dietz konnte mit ihrer Studie erste Hinweise auf eine Wirksamkeit der Methode zeigen. Für die Reduktion von Inkongruenz konnte ein Therapieeffekt bestätigt werden, ebenso ging die Symptombelastung tendenziell stärker bei den Teilnehmer/innen der Interventionsgruppe zurück als bei der Kontrollgruppe.

 

Insgesamt sind wir sehr erfreut, mit dieser Studie bestätigt zu sehen, dass durch die Entschlüsselung des Codes ein wirksamer Prozess der Ganzwerdung eingeleitet werden kann. “Die Wurzeln des Stammbaums“ wieder in die Lage versetzt werden, gute »Nahrung« aufzunehmen und auch noch nachträglich für eine gesunde psychische Entwicklung und Reifung zur Verfügung zu stellen. Für weitere Informationen steht diese Studie  in der  Universtätsbibliothek zur Verfügung

 

Mareike Dietz und Christoph Kiefer führen die Forschungsarbeit derzeit weiter.

 

Inzwischen haben wir 4 Weiterbildungsdurchgänge für systemische Therapie/Beratung und 3 Weiterbildungsdurchgänge systemische Kinder-und Jugendlichen Therapie /Beratung durchgeführt.

 

Ab 2017 streben wir die Zertifizierung unseres Weiterbildungsganges zum Systemischen Therapeut/Berater an. Siehe auch Curriculum.