Curriculum

Curriculum ITP Institut für Transgenerative Prozesse

Als Mitglied des  DGSF orientiert sich das Curriculum der Weiterbildung an den Zertifizierungsrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für systemische Familientherapie. (Richtlinien gemäß 23.9.2015).

Die Weiterbildung des ITP zum systemischen Berater/systemischen Therapeuten  entspricht den Anforderungen und Qualitätsstandards des DGSF. Der Antrag als  DGSF-anerkanntes Weiterbildungsinstitut liegt derzeit der Zertifizierungsstelle des DGSF vor.

 

Weiterbildungsgang zum Systemischen Therapeut/ Berater

 

Der Weiterbildungsgang umfasst insgesamt drei Jahre, und ist in einen Grundkurs- Systemisches Basiswissen 1 Jahr (380 UE) und eine Vertiefte Weiterbildung 2 Jahre (550 UE) aufgeteilt. Ein Quereinstieg ist möglich.

Nach einem Aufnahmegespräch, bei dem u.a. Zugangsqualifikation, berufliche Motivation, Möglichkeiten der praktischen Umsetzung im beruflichen Kontext ausführlich besprochen werden, kann sich der/die WeiterbildungsteilnehmerIn für den Grundkurs, die vertiefte Weiterbildung oder für die gesamte Weiterbildung entscheiden. Für eine Verbindliche Teilnahme gehen beide Seiten einen schriftlichen Vertrag über die jeweilige Weiterbildungsdauer ein. Die mögliche Zertifizierung durch die DGSF bedarf allerdings dem Umfang der gesamten Weiterbildung, oder eines entsprechenden Nachweises der noch fehlenden Unterrichtseinheiten  eines anderen anerkannten Weiterbildungsganges zum/zur systemischen BeraterIn/TherapeutIn. Eingangsvoraussetzungen (nach DGSF Vorgaben siehe auch DGSF Eingangsvoraussetzungen zertifizierte Weiterbildung systemischer Therapeut/Berater) sind:

  1. a) Hochschulabschluss  mit sozial-/humanwissenschaftlicher Ausrichtung und psychosoziale Praxiserfahrungen oder 
    b) ein qualifizierter Berufsabschluss im psychosozialen Bereich (mind. 3-jährige Berufsausbildung) und mind. 3-jährige Berufstätigkeit im psychosozialen Bereich und zusätzlich eine abgeschlossene beraterische oder therapeutische Aus-/ Weiterbildung im Umfang von mind. 200 UE oder
    c) ein qualifizierter Berufsabschluss im psychosozialen Bereich (mind. 3-jährige Berufsausbildung) und mind. 3-jährige beraterische und/oder therapeutische Berufstätigkeit im klinischen Kontext oder im Bereich Therapie/Familientherapie.


  2. Möglichkeit zur Umsetzung Systemischer Therapie / Familientherapie und/oder Systemischer Beratung während der Weiterbildung.

 

Inhalte der Weiterbildung

  1. Grundkurs: systemisches Basiswissen. Die einjährige Weiterbildung umfasst :
    a). systemische Theorie und Methodik (120 Stunden) in drei Blöcken  zu je vier Weiterbildungstagen. Hier werden Grundlagen familientherapeutischer, systemischer Schulen, systemische Diagnostik unter Einbeziehung transgenerationaler Prozesse vermittelt. Wissenschaftstheoretische und epistemologische Positionen, differenzielle Indikationsstellung, Einsatzbereiche, Settings der systemischen Therapie praxisnah unterrichtet und eine individuelle Bezugsmöglichkeit zur individuellen praktischen Arbeit individuell hergestellt. Einfluss und Folgen von traumatischen Erfahrungen auf das Familiensystem und erweiternde  Generationsübergreifende Prozesse  werden vermittelt und eindrucksvoll erfahrbar gemacht.  Auf dem Hintergrund der Methode Generation-Code werden bedeutsame Themen der transgenerationalen Weitergabe und die Auflösung blockierender Muster theoretisch und praktisch  beleuchtet und gelehrt. Hierbei stehen sowohl systemische Gesprächsführung, insbesondere emotive Gesprächsstile, als auch systemisch-integrative Interventionsmöglichkeiten im Vordergrund. Eine besondere Möglichkeit stellt auch der kreative Umgang der therapeutischen Arbeit mit eigens aus der Praxis entwickelten therapeutischen Spielen dar. Neben aktuellen Entwicklungen finden auch Einblicke in die historischen Grundlagen der systemischen Therapie und die unterschiedlichen systemischen Schwerpunkte, wie Organisationsberatung, klassische Paar-und Familientherapie und die unterschiedlichen Aufstellungsmethoden statt.

    Des Weiteren gehört zum Grundkurs die Vermittlung von Fertigkeiten und Fähigkeiten  zum Aufbau und zur Durchführung systemischer Settings (Familiengespräche, Gruppensitzungen, Teamsitzungen u.a.) und werden  in Theorie und Praxis gelehrt. Insbesondere werden hierbei auch systemische Grundhaltungen und die Entwicklung einer beruflichen Identität  des einzelnen vertieft. Auf der Grundlage des beruflichen Genogramms soll der eigene Generation-Code beleuchtet und die Leid und Leitfrage der beruflichen Identität auf einer tiefen, systemischen Ebene verstanden werden.
    Ein weiterer Schwerpunkt der Weiterbildung stellt die Vermittlung neuester Erkenntnisse und Theorien zu speziellen Familienzusammensetzungen (z.B. Patchwork- oder Adoptiv- und Pflegefamilien, oder mehrfach belastete Familien (durch  Flucht, Trauma, Krankheit, Migration, etc.) dar.  Auch hier  wird der systemische Blick mit den neusten Erkenntnissen über transgenerationale Weitergabe z.B. von Trauma  ergänzt und die Möglichkeiten präventiver Maßnahmen und Interventionen gelehrt.
    b) 80 Stunden Therapeutische Praxis im Bereich Systemischer Therapie/Beratung
    c) 80 Stunden Selbsterfahrung im Bereich systemischer (transgenerationaler Prozesse) und die
    d) Teilnahme an 50 Stunden Supervision  und die Teilnahme an
    e) 50 Stunden Intervision-Literaturgruppe sind für die Möglichkeit der Zertifizierung durch DGSF nachzuweisen.
    f) Der Grundkurs wird durch eine Evaluation  (10 UE) und zwei Dokumentationen ( je eine schriftliche und eine praktische Dokumentation( z.B. Video-Dokumentation) abgeschlossen.

  2. Vertiefte Weiterbildung Systemischer Therapeut/Berater  (2 Jahre
    a) Theorie und Methodik (200 Stunden) 5 Blöcke zu je 4 Weiterbildungstagen ( inklusive Vorbereitung und Evaluation Block 5  je 4 Weiterbildungstage. Die vertiefte Weiterbildung vermittelt Psychotherapeutische Ansätze und Erklärungsmodelle von unterschiedlichen Systemischen Ansätzen unter Einbeziehung transgenerativer Prozesse, sowie der Weitergabe von Trauma und seine Folgen für und Bindungsstörungen in den folgenden Generationen. Erkenntnisse der Psychotherapieforschung unter besonderer Berücksichtigung der Mehr- Generationen-Perspektive und deren spezifischer Auswirkung auf die Dynamik  von System und Psyche werden ebenso gelehrt, wie neuste Erkenntnisse der Säuglings-und Kleinkindforschung und der Neurobiologie. Im Mittelpunkt dieser Weiterbildung steht das Erlernen von Fertigkeiten, die dem Aufbau von unterschiedlichen Settings und der Durchführung von Aufstellungs- Arbeiten dienen.

    Hierzu gehören auch eigene, speziell entwickelte systemische Interventionen und Techniken, die eine Entschlüsselung des individuellen Generation-Codes ermöglichen und das Erkennen der Wirkweise transgenerationaler Weitergabe von Trauma, Erfahrungen und Ressourcen schulen. Auswirkungen dieser transgenerationalen Prozesse auf die Identitätsbildung des Einzelnen, aber auch auf das Miteinander , das verwobene Beziehungsgeflecht der Ahnen mit seinen  ineinander greifenden Schicksalen, die Wiederholungen, die bis ins Detail in jedem abgebildete Familienwirklichkeit, können  so minuziös abgebildet, entschlüsselt und genau verstanden werden. Eine Auflösung der blockierenden Muster wird so in Gang gesetzt.

    Diagnostik-Differentialdiagnostik, Indikationsstellung aber auch Entwicklungs-und geschlechtsspezifische Aspekte in der systemischer Therapie/Beratung werden hier berücksichtigt. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Qualitätssicherung, Zusammenarbeit mit anderen Facheinrichtungen, wie z.B.  Vernetzung, Kooperation etc.
    b) Selbsterfahrung 80 Stunden in systemischer Familientherapie. Entschlüsselung des individuellen  Generation-Codes  und Auflösung mindestens eines,  darauf basierenden, Treuevertrages.
    c) Teilnahme an 100 Stunden Supervision. Hier muss mindesten eine praktische Arbeitssitzung, z.B. Aufstellungsarbeit Ahnen vorgestellt werden.
    d) 120 Stunden therapeutische Praxis unter Supervision im Bereich systemischer Therapie/Beratung (  z.B. Assistenz eines Durchlaufs GC Seminars, bzw. Work-shops)
    e) 50 Stunden Intervision-Literaturgruppe.
    f) Abschluss durch Evaluation

    3 Dokumentationen ,eine davon mindesten 10 Arbeitssitzungen (mind. 1 praktische Dokumentation (z.B. Video)   Abschlussarbeit (Live-Sitzung oder Video) und
    Für alle praktischen und schriftlichen Dokumentationen gelten Datenschutzbestimmungen, deren Einhaltung von beiden Seiten schriftlich bestätigt werden muss.

Besonderheit des ITP Institut für Transgenerationale Prozesse 

Sowohl Grundkurs, als auch die Vertiefte Weiterbildung sind durch die Psychotherapeutenkammer Niedersachsen akkreditiert und können ggf. als Fortbildungspunkte bei der PTK eingereicht werden.

 

Differenzierte Darstellung der einzelnen Weiterbildungsbereiche:
Theorie und Methodik wird in Weiterbildungsblöcken über 1 Jahr beim Grundkurs und 2 Jahren bei der  Vertieften Weiterbildung angeboten. Ein Block besteht aus 4 Unterrichtstagen. Ein Weiterbildungstag umfasst höchstens 10 Unterrichtseinheiten (bis zu 8 Zeitstunden). Ein Weiterbildungstag beinhaltet zudem zweimal eine Pause (je 15Minuten) und eine Mittagspause von mindestens 60 Minuten.

Eine Unterrichtseinheit UE = mindestens 45 Minuten,

Der Grundkurs vermittelt Basiswissen, während in der vertieften Weiterbildung ein Schwerpunkt der systemischen Arbeit auf dem Hintergrund transgenerationaler Prozesse steht. Die einzelnen Weiterbildungseinheiten werden durch unser eigens entwickelten systemisch-integrativen Konzeptes ergänzt.  Für einen erfolgreichen Abschluss der vertieften Weiterbildung ist daher eine Teilnahme allen 4 Blöcken Voraussetzung. Ein Quereinstieg ist nach dem Basiskurs möglich.

Theorie und Methodik werden zu mindesten 60% von der Institutsleitung, Ingrid Alexander gelehrt. Zweite Leitung und Lehrende ist Sabine Lück.

Die therapeutische Praxis, sowie Supervision (Einzel und Gruppen)werden zudem auch von anderen    Lehrenden unseres Institutes durchgeführt.

Die Teilnehmer erhalten von den SupervisorInnen und GruppenleiterInnen eine schriftliche Bestätigung ihrer Teilnahme.

Unsere Lehrenden erfüllen nach den Richtlinien des DGSF  die Voraussetzungen für diese Tätigkeit und sind  größtenteils zertifizierte TherapeutInnen und/oder SupervisorInnen (DGSF)  oder einer anderen anerkannten systemischen Gesellschaft.

Für den Nachweis der Intervision müssen sich die Teilnehmer selbstorganisiert in Peergroups treffen und diese Stunden schriftlich  dokumentieren.

Für den Nachweis ihrer Praktischen Stunden, müssen  die Teilnehmer schriftliche Aufzeichnungen oder Videodokumentationen vorlegen. (Siehe auch Weiterbildungsübersicht).

 

Die Nachweise für einen erfolgreichen Abschluss können bis zu 2 Jahren nach Beendigung der Weiterbildung erbracht werden.

 

 

Alle aktuellen Termine und die Möglichkeit zur Anmeldung zu einem aktuellen Weiterbildungsgang  finden Sie auf unserer Homepage: www.generation-code.de